Schuljahr 2019/2020

Infoabend

23. Januar 2020

Zweijährige Berufsfachschule:

  • ab 14:00 Uhr: Schnuppernachmittag
  • 18:00 Uhr: Informationsvortrag

Berufskolleg für Gesundheit und Pflege:

  • 18:00 Uhr: Informationsvortrag

Berufliches Gymnasium:

  • 19:00 Uhr: Informationsvortrag über Profile und Fächer

EUROPA EIN ZUHAUSE GEBEN

Planspiel Gemeinschaftskunde der Klasse SGS 12-2

„Um das Miteinander in Europa war es schon besser bestellt. […] Es muss etwas getan werden. […] Der Vorschlag „Vor allem: Kultur soll der europäischen Öffentlichkeit präsentiert werden.“ (Auszug aus der Szenariobeschreibung des Planspiels)

Ausgehend von der Idee, die gemeinsame europäische Kulturpolitik zu stärken, schlüpften die Schülerinnen und Schüler der Klasse SGS 12-2 in die Rollen von EU-Parlamentariern, EU-Kommissarinnen und Mitgliedern des Rats der EU.
Nachdem der Planspielleiter Adrian Schilde vom CIVIC Institut für Internationale Bildung den Status quo erklärt, zentrale Herausforderungen genannt und das Ziel einer verstärkten gesamteuropäischen Kulturpolitik präzisiert hatte, simulierte die Klasse den komplexen Prozess des Gesetzgebungsverfahrens der EU.

Die zentralen Konfliktfelder wurden schnell deutlich: Was macht die Europäische Union aus? Was haben die Staaten gemeinsam? Welche Rolle spielen die Sprachen? Oder: Woher sollen die Gelder für Personal und Projekte kommen?
Begleitet wurden die Diskussionen in Rat und Parlament von Peter Lutz von der Konrad-Adenauer-Stiftung, die diese besondere Lernsituation ermöglichte.
„Würde ich mit Europa neu beginnen, würde ich die Kultur an den Anfang setzen.“ Auch wenn mittlerweile klar ist, dass Jean Monnet diesen Satz nie gesagt hat, steckt in diesem vermeintlichen Zitat die Idee, die die Schülerinnen und Schüler gespürt haben: Bei der Idee der Einheit in Vielfalt muss für die Einheit immer wieder neu gestritten werden. Jedoch ist der Einsatz lohnenswert!

(Bericht & Fotos: Caroline Stiefvater, DHS)

Weihnachtsfeier der Fraternität Friedrichshafen in der Aula der DHS

Am Samstagnachmittag vor dem ersten Advent präsentierte sich die festlich geschmückte Aula der Droste-Hülshoff-Schule von ihrer besten Seite. Viele Lehrkräfte und Schüler hatten in den Tagen davor Zeit und Phantasie investiert, um den ca. 100 Gästen der Fraternität Friedrichshafen einen schönen Rahmen für ihre Weihnachtsfeier zu bieten.

Die musikalische Untermalung durch das Akkordeonorchester Friedrichshafen vertiefte die adventliche Stimmung und die aufkommende Weihnachtsstimmung führte zu vielen intensiven Begegnungen zwischen den Gästen und den zahlreichen Helfern aus der Lehrer- und Schülerschaft.

Impression der Fraternitätsfeier

Häufig endeten die sich dabei ergebenden Kontakte und Gespräche mit einem von Herzen kommenden Dank, der deutlich machte, wieviel Freude hier geschenkt und angenommen wurde. Sätze wie „Für viele von uns ist das Weihnachten!“ erinnern daran, dass Glück, Gesundheit und Überfluss nicht selbstverständlich sind und unterstreichen, wie wertvoll das von den Helfern erbrachte Engagement ist und hoffentlich noch viele Jahre sein wird.

Ein herzliches Dankeschön der Schulleitung geht an alle Mitwirkenden, die diese Adventsfeier möglich gemacht haben!

Eine echte Tellerrand-Erweiterung

6 Schülerinnen und Schüler der Droste-Hülshoff-Schule zum Austausch in Leipzig unterwegs

„Die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch auf Reisen“ soll Goethe einmal gesagt haben. Und der muss es nun wirklich wissen, denn er ist enorm viel herumgereist in seinem Dichter- und Denkerleben. In Leipzig war er auch. So wie wir. Er hat dort Jura studiert, nicht so erfolgreich, sagt man. Wir waren zum Schüleraustausch dort, nicht sehr lang, aber sehr intensiv, finden wir. Vom 3. bis 6. November haben wir unsere Partnerschule, das Berufliche Schulzentrum Leipziger Land in Böhlen besucht, waren dort in Gastfamilien untergebracht und haben neben deren Familienalltag auch das Schulleben und das wunderschöne Leipzig und seine Umgebung kennengelernt. Wir, das sind Celina, Laura und Adriana aus der 2BFH2 und Steffi, Franzi und Philip aus dem 1BKP2. Und Frau Nagel, unser „Service-Point“ für Abfahrts- und Ankunftszeiten, Bahngleise, Eintrittspreise und sonstige Fragen der Austauschkoordination.

In Leipzig haben uns Frau Meyer, Frau Henke und unsere Austauschpartnerinnen und -partner am Bahnhof abgeholt und sich auch in den kommenden Tagen immer darum gekümmert, dass wir uns wohlfühlen konnten in der ungewohnten Umgebung. Außer einem Begrüßungsfrühstück und einer Schulführung standen die Teilnahme am Unterricht im Bereich Sozialassistenz, eine Stadtrundfahrt durch und um Leipzig, der 366-Stufen-Aufstieg aufs berühmte Völkerschlachtdenkmal „Völki“ sowie eine schülergeführte Sightseeing-Tour durch Leipzigs Innenstadt auf dem Programm: Hotspots wie die Thomaskirche, das alte „verlotterte“ Rathaus, die Mädlerpassage (Achtung: Goethe-Alarm in Auerbachs Keller!), die Nikolaikirche als Ausgangspunkt der friedlichen Revolution von 1989, das Gewandhaus und nicht zuletzt die hypermoderne Leipziger Uni mit dem allesüberragenden ehemaligen „Uniriesen“ (142 Meter, 34 Etagen – dieses Mal aber per Aufzug zur Aussichtsplattform!) sind vielleicht manchen von euch schon ein Begriff. Wenn nicht, wird’s höchste Zeit für eine Tellerrand-Erweiterung: Unser Austauschprogramm mit dem BSZ Leipziger Land gibt es schon seit fast vier Jahren und es entwickelt sich zu einem echten Erfolgsmodell. Ihr solltet es mal testen! Beste Bildung, sagt Goethe. Im Frühling kommen Frau Meyer und Frau Henke mit Rosalie, Klara, Kim, Wiebke, Hanna und Xaver zum Gegenbesuch zu uns nach Friedrichshafen – habt ihr nicht Lust, sie kennenzulernen? Wäre ja schon mal ein Anfang …

(Bericht & Foto: Katrin Nagel, DHS)

… und dann lebte ich 5 Jahre lang auf der Straße.

Die Klassen der Zweijährigen Berufsfachschule hatten einen außergewöhnlichen Referenten zu Gast: Herr Schuler von dem Verein Trott-war e.V. reiste extra aus Stuttgart an, um den Schüler*innen unter anderem von seinen eindrücklichen Erfahrungen als obdachloser Alkoholiker zu berichten. Gebannt hörten sie zu, während Tommy – „5 Euro ins Kässle für diejenigen, die ‚Sie‘ sagen“ – berichtete, wie er von einem Tag auf den anderen aus dem Erwerbsleben als Koch in die Arbeits- und Obdachlosigkeit rutschte. Auf der Straße half ihm ein Mittel, das viele Wohnungslose wählen, um ihre Situation aushalten zu können: Alkohol. Als anderthalb Flaschen Wodka am Morgen nicht mehr ausreichten, um in den Tag starten zu können, wurde ihm jedoch klar, dass sein Leben auf dem Spiel steht. Herr Schuler schaffte, was nicht jedem gelingt: Er hörte auf zu trinken, heiratete die Liebe seines Lebens und eroberte durch seine Tätigkeiten als Straßenzeitungsverkäufer und Stadtführer einen Platz als vollwertiges Mitglied in der Gesellschaft zurück, was ihn zurecht stolz und glücklich macht.

Durch seine authentische und direkte Art gelang es Herrn Schuler besser, als es jedes Lehrbuch könnte, zu zeigen, welche Gefahren hinter harmlos scheinenden Drogen lauern können: Substanzen, die in Tabak versteckt sind oder bunt wie Smarties daherkommen, lassen den Rausch schnell zum Albtraum werden, wenn sie den Körper von innen zerfressen und innerhalb weniger Monate zum Tod führen: „Googelt mal ‚Krokodil‘ und ‚Fotos‘, dann wisst ihr, was ich meine.“ Auch von obdachlosen Kindern und Jugendlichen wusste Herr Schuler zu berichten, was viele Schüler*innen sichtlich betroffen machte. Trotz vieler drastischer Schilderungen gelang es „Tommy“ jedoch, viel Zuversicht und Lebensfreude zu vermitteln: „Wichtig ist, dass man dem Ganzen durch Humor den Schrecken nimmt, und ich kann immer noch über mich selbst lachen.“ Zusätzlich wies das Präventionsteam die Schüler*innen darauf hin, dass es viele Anlaufstellen für Betroffene und besorgte Angehörige oder Freunde gibt. Eine Liste mit entsprechenden Kontaktdaten an der Schule und in Friedrichshafen / Umgebung findet sich in jedem Klassenzimmer.

Wir danken Herrn Schuler ganz herzlich für seine Offenheit und die vielen interessanten Impulse, die er uns mitgegeben hat! Unser Dank gilt auch der Kommunalen Kriminalprävention Bodenseekreis e.V., die diese Veranstaltung finanziell ermöglichte.