Fünf Tage Todesangst

Zeitzeugen der Landshut-Entführung berichten an der Droste-Hülshoff-Schule

Am 18.10. jährte sich die Befreiung der entführten Lufthansa-Maschine „Landshut“ durch ein Kommando der GSG9 zum 41. Mal. Die Geiselnahme an Bord der Boeing 737 durch vier palästinensische Terroristen ereignete sich am 13. Oktober 1977. Nach der Ermordung des Flugkapitäns und mehreren Zwischenstopps landete die Maschine in Mogadischu in Somalia, wo sie fünf Tage später von der GSG 9, einer Eliteeinheit des deutschen Bundesgrenzschutzes, erstürmt und die Geiseln befreit wurden.
Beteiligte der dramatischen Ereignisse von damals, die in engem Zusammenhang mit der Schleyer-Entführung durch die Rote Armee Fraktion (RAF) standen und Teil des sogenannten „Deutschen Herbstes“ waren, berichteten am vergangenen Donnerstag den Schülerinnen und Schülern der Droste-Hülshoff-Schule in Friedrichshafen.

Nach der Begrüßung durch Schulleiterin Angelika Seitzinger übernahm die Abiturientin Maike Bonsen die Moderation der Veranstaltung. Die Zeitzeugen Jürgen Vietor (Co-Pilot), Aribert Martin (GSG9-Beamter) und Diana Müll (Geisel) gaben den Zuhörerinnen und Zuhörern einen einmaligen persönlichen Einblick in die mehrtägige Geiselnahme. Die Gäste sprachen in aller Offenheit über die schrecklichen Szenen, die sich an Bord des Flugzeugs abspielten – die ständige Bedrohung und Ungewissheit über den Ausgang der Entführung, die unzumutbaren Zustände nach mehreren Tagen in einem vollbesetzten Flugzeug sowie die Ermordung des Piloten Jürgen Schumann durch die Terroristen und schließlich die glückliche Befreiung durch ein Spezialkommando der GSG9. Mit der Entführung der „Landshut“ sollte die Freilassung von Mitgliedern der ersten Generation der RAF aus deutschen Gefängnissen erpresst werden. Die damalige Bundesregierung unter Helmut Schmidt erfüllte die Forderungen nicht.
Mit Spannung und Betroffenheit verfolgte die Zuhörerschaft die Zeitzeugenberichte über ein Stück deutscher Geschichte, das sich in die Erinnerung vieler Menschen eingegraben hat. Ermöglicht wurde diese Veranstaltung durch die Unterstützung des Fördervereins der Droste-Hülshoff-Schule.

(Bericht und Fotos: DHS)