Anja Jonuleit –
„Wie ein Blick durchs Fenster in die eigene Kindheit“

Anja Jonuleit nimmt auf ihrer Lesung in der Aula der Droste-Hülshoff-Schule die Zuhörer mit auf eine besondere Reise

Mit der berührenden Geschichte zweier Frauen unter dem Einfluss der Colonia Dignidad, einem Roman, der voller Entsetzen, Hoffnung, Wut und Bewunderung steckt, ist der Eriskircher Autorin Anja Jonuleit ein Meisterwerk gelungen. Warum liegt ihr Rabenfrauen so besonders am Herzen? Was ändert sich im Leben, wenn das Ergebnis von intensiver Recherche, von Schreiben und Überarbeiten plötzlich auf der Bestseller-Liste landet? Wie nimmt man Abschied von einem Stoff und bereitet sich auf den nächsten vor?

Wann hat man schon mal die Gelegenheit, über diese und ähnliche Fragen mit der Autorin persönlich ins Gespräch zu kommen? Nachdem Anja Jonuleit bei ihrem Besuch an der Droste-Hülshoff-Schule am Mittwochabend ausgewählte Passagen ihres Romans gelesen hatte, kamen die Literaturbegeisterten, die sich für diese besondere Begegnung Zeit genommen hatten, mit all ihren Fragen zum Zug. Von den Quellen ihrer Inspiration über Qualitätskriterien für gelungene Texte bis hin zum persönlichen Werdegang als Autorin, aber auch Fragen nach dem Alltag einer Schriftstellerin, ihren Kontakten in der Szene der Schreibenden und natürlich ihrer Arbeit an ihrem neusten Werk, dem Roman „Das Nachtfräuleinspiel“, der am 22. Juni erscheint – alles war interessant und wurde ausführlich und mit freundlicher Offenheit von Anja Jonuleit beantwortet. Auch, was ihre Recherche-Reise nach Chile zur Villa Baviera, der ehemaligen Colonia Dignidad, für sie bedeutet und mit ihr gemacht hat, dürfte nicht nur für Geschichtsinteressierte von Relevanz gewesen sein; jede Antwort der Autorin hat neue Denkprozesse bei den Zuhörenden in Gang gesetzt und den Diskurs sehr abwechslungsreich gemacht. Mit einem Augenzwinkern antwortete Anja Jonuleit beispielsweise auf eine Frage, der größte Moment des Schreibens sei für sie stets, wenn sie auf „Senden“ drücken und das fertige Manuskript dem Verlag zuschicken könne!

Die Autorinnenlesung gehörte zu einer Reihe von Veranstaltungen, die der Förderverein der Droste-Hülshoff-Schule initiiert, um die Gemeinschaft aller am Schulleben Beteiligten und Interessierten auch über kulturelle Highlights zusammenzuführen und  zusammenzuhalten. Wir sagen Danke für einen stimmungsvollen, literarischen Abend mit spannenden Einblicken in das Schaffen und Wirken von Anja Jonuleit.

(Bericht und Fotos: Katrin Nagel, DHS)

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