Archiv der Kategorie: 2BFS

Artikel betreffend die zweijährige Berufsfachschule

Eine echte Tellerrand-Erweiterung

6 Schülerinnen und Schüler der Droste-Hülshoff-Schule zum Austausch in Leipzig unterwegs

„Die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch auf Reisen“ soll Goethe einmal gesagt haben. Und der muss es nun wirklich wissen, denn er ist enorm viel herumgereist in seinem Dichter- und Denkerleben. In Leipzig war er auch. So wie wir. Er hat dort Jura studiert, nicht so erfolgreich, sagt man. Wir waren zum Schüleraustausch dort, nicht sehr lang, aber sehr intensiv, finden wir. Vom 3. bis 6. November haben wir unsere Partnerschule, das Berufliche Schulzentrum Leipziger Land in Böhlen besucht, waren dort in Gastfamilien untergebracht und haben neben deren Familienalltag auch das Schulleben und das wunderschöne Leipzig und seine Umgebung kennengelernt. Wir, das sind Celina, Laura und Adriana aus der 2BFH2 und Steffi, Franzi und Philip aus dem 1BKP2. Und Frau Nagel, unser „Service-Point“ für Abfahrts- und Ankunftszeiten, Bahngleise, Eintrittspreise und sonstige Fragen der Austauschkoordination.

In Leipzig haben uns Frau Meyer, Frau Henke und unsere Austauschpartnerinnen und -partner am Bahnhof abgeholt und sich auch in den kommenden Tagen immer darum gekümmert, dass wir uns wohlfühlen konnten in der ungewohnten Umgebung. Außer einem Begrüßungsfrühstück und einer Schulführung standen die Teilnahme am Unterricht im Bereich Sozialassistenz, eine Stadtrundfahrt durch und um Leipzig, der 366-Stufen-Aufstieg aufs berühmte Völkerschlachtdenkmal „Völki“ sowie eine schülergeführte Sightseeing-Tour durch Leipzigs Innenstadt auf dem Programm: Hotspots wie die Thomaskirche, das alte „verlotterte“ Rathaus, die Mädlerpassage (Achtung: Goethe-Alarm in Auerbachs Keller!), die Nikolaikirche als Ausgangspunkt der friedlichen Revolution von 1989, das Gewandhaus und nicht zuletzt die hypermoderne Leipziger Uni mit dem allesüberragenden ehemaligen „Uniriesen“ (142 Meter, 34 Etagen – dieses Mal aber per Aufzug zur Aussichtsplattform!) sind vielleicht manchen von euch schon ein Begriff. Wenn nicht, wird’s höchste Zeit für eine Tellerrand-Erweiterung: Unser Austauschprogramm mit dem BSZ Leipziger Land gibt es schon seit fast vier Jahren und es entwickelt sich zu einem echten Erfolgsmodell. Ihr solltet es mal testen! Beste Bildung, sagt Goethe. Im Frühling kommen Frau Meyer und Frau Henke mit Rosalie, Klara, Kim, Wiebke, Hanna und Xaver zum Gegenbesuch zu uns nach Friedrichshafen – habt ihr nicht Lust, sie kennenzulernen? Wäre ja schon mal ein Anfang …

(Bericht & Foto: Katrin Nagel, DHS)

… und dann lebte ich 5 Jahre lang auf der Straße.

Die Klassen der Zweijährigen Berufsfachschule hatten einen außergewöhnlichen Referenten zu Gast: Herr Schuler von dem Verein Trott-war e.V. reiste extra aus Stuttgart an, um den Schüler*innen unter anderem von seinen eindrücklichen Erfahrungen als obdachloser Alkoholiker zu berichten. Gebannt hörten sie zu, während Tommy – „5 Euro ins Kässle für diejenigen, die ‚Sie‘ sagen“ – berichtete, wie er von einem Tag auf den anderen aus dem Erwerbsleben als Koch in die Arbeits- und Obdachlosigkeit rutschte. Auf der Straße half ihm ein Mittel, das viele Wohnungslose wählen, um ihre Situation aushalten zu können: Alkohol. Als anderthalb Flaschen Wodka am Morgen nicht mehr ausreichten, um in den Tag starten zu können, wurde ihm jedoch klar, dass sein Leben auf dem Spiel steht. Herr Schuler schaffte, was nicht jedem gelingt: Er hörte auf zu trinken, heiratete die Liebe seines Lebens und eroberte durch seine Tätigkeiten als Straßenzeitungsverkäufer und Stadtführer einen Platz als vollwertiges Mitglied in der Gesellschaft zurück, was ihn zurecht stolz und glücklich macht.

Durch seine authentische und direkte Art gelang es Herrn Schuler besser, als es jedes Lehrbuch könnte, zu zeigen, welche Gefahren hinter harmlos scheinenden Drogen lauern können: Substanzen, die in Tabak versteckt sind oder bunt wie Smarties daherkommen, lassen den Rausch schnell zum Albtraum werden, wenn sie den Körper von innen zerfressen und innerhalb weniger Monate zum Tod führen: „Googelt mal ‚Krokodil‘ und ‚Fotos‘, dann wisst ihr, was ich meine.“ Auch von obdachlosen Kindern und Jugendlichen wusste Herr Schuler zu berichten, was viele Schüler*innen sichtlich betroffen machte. Trotz vieler drastischer Schilderungen gelang es „Tommy“ jedoch, viel Zuversicht und Lebensfreude zu vermitteln: „Wichtig ist, dass man dem Ganzen durch Humor den Schrecken nimmt, und ich kann immer noch über mich selbst lachen.“ Zusätzlich wies das Präventionsteam die Schüler*innen darauf hin, dass es viele Anlaufstellen für Betroffene und besorgte Angehörige oder Freunde gibt. Eine Liste mit entsprechenden Kontaktdaten an der Schule und in Friedrichshafen / Umgebung findet sich in jedem Klassenzimmer.

Wir danken Herrn Schuler ganz herzlich für seine Offenheit und die vielen interessanten Impulse, die er uns mitgegeben hat! Unser Dank gilt auch der Kommunalen Kriminalprävention Bodenseekreis e.V., die diese Veranstaltung finanziell ermöglichte.

Bewerbungsplanspiel Ready-Steady-Go

      „Mach‘ doch mal einen Ferienjob bei uns!“

Schülerinnen und Schüler der zweijährigen Berufsfachschule trainieren im Bewerbungsplanspiel “Ready-Steady-Go“ für den Einstieg in das Berufsleben.

Wie wichtig eine gute Vorbereitung für die Bewerbung um einen Ausbildungsplatz ist, hat das Planspiel „Ready-Steady-Go“ den Schülerinnen und Schülern der Eingangsklasse der zweijährigen Berufsfachschule an der Droste-Hülshoff-Schule in der letzten Woche vor den Sommerferien gezeigt.

Das Erstellen, Überarbeiten und Layouten einer Bewerbungsmappe ist fester Bestandteil des Unterrichts der Eingangsklassen. Wenn alle erforderlichen Unterlagen zusammengestellt sind, ein Anschreiben verfasst und schließlich ein angemessenes Outfit ausgewählt wurde, haben die zukünftigen Auszubildenden im Rahmen von „Ready-Steady-Go“ die Chance, unter realistischen Bedingungen im vertrauten Rahmen ihrer Schule Vorstellungsgespräche mit Vertreterinnen und Vertretern von Ausbildungsbetrieben der Bodenseeregion zu üben. Sie erhalten sofort im Anschluss ein Feedback der Profis und Tipps für weitere Gespräche. Zusätzliche individuelle Beratungsangebote, etwa durch die Agentur für Arbeit, die IHK und Beraterinnen der DHS, zeigen Wege der schulischen und beruflichen Aus- und Weiterbildung auf und runden somit das Angebot für die Schülerinnen und Schüler ab. Bewerbungsplanspiel Ready-Steady-Go weiterlesen

Abschlussfeier der zweijährigen Berufsfachschule

Wegweiser in die Zukunft können nicht schaden

 Am vergangenen Freitag erhielten die Absolventinnen und Absolventen der zweijährigen Berufsfachschule in der Aula der Droste-Hülshoff-Schule in einem festlichen Rahmen die Zeugnisse, die ihnen ihre Leistungen für den mittleren Bildungsabschluss bestätigen. Außer einer breiten Allgemeinbildung und guten Kenntnissen in den Fächern Mathematik, Deutsch und Englisch haben die Schülerinnen und Schüler in den vergangenen zwei Jahren auch viel theoretisches und praktisches Wissen in ihren Profilen „Biologie und Gesundheitslehre“ und „Hauswirtschaft und Ernährung“ erworben.

Abteilungsleiterin Sabine Schäfer stellte in ihrer Abschlussrede heraus, dass die Schülerinnen und Schüler eigene Wege gehen sollen, ein paar Wegweiser jedoch nicht schaden können. Diese hätten sie im Schulalltag, in jedem einzelnen Unterrichtsfach, durch den Ausbau ihrer Schlüsselqualifikationen und nicht zuletzt durch Unterstützung im privaten Bereich erhalten. „Schließt ab mit dem, was war. Seid glücklich mit dem, was ist und offen für das, was kommt.“, gab sie den Schülerinnen und Schülern als Rat und guten Wunsch mit auf ihren weiteren Weg.

Abschlussfeier der zweijährigen Berufsfachschule weiterlesen

Auf einen guten Start kommt es an

Das Planspiel „Ready-Steady-Go“ zeigt den Einstiegsklassen der zweijährigen Berufsfachschule, wie wichtig eine gute Vorbereitung für die Bewerbung um einen Ausbildungsplatz ist.

Mit dem richtigen Training fit werden für den Einstieg ins Berufsleben – wie das funktioniert, haben die Schülerinnen und Schüler der zweijährigen Berufsfachschule kurz vor den Sommerferien im Bewerbungsplanspiel „Ready-Steady-Go“ an der Droste-Hülshoff-Schule erproben dürfen.

Im Unterricht der Eingangsklassen gehört das Erstellen einer Bewerbungsmappe zum festen Programm. Wenn alle erforderlichen Unterlagen zusammengestellt sind, ein Anschreiben verfasst und auch das richtige Outfit ausgewählt wurde, haben die zukünftigen Auszubildenden im Rahmen von „Ready-Steady-Go“ die Chance, unter realistischen Bedingungen aber im vertrauten Rahmen ihrer Schule Vorstellungsgespräche mit Vertreterinnen und Vertretern von rund 25 unterschiedlichen Ausbildungsbetrieben der Bodenseeregion zu üben. Sie erhalten sofort im Anschluss ein Feedback der Profis, Tipps für weitere Gespräche und, wenn alles richtig gut gelaufen ist, einen fiktiven Ausbildungsvertrag, der ihnen signalisiert: „Du hast einen sehr positiven Eindruck hinterlassen, dich würden wir einstellen!“ Persönliche Stärken lassen sich in einem Eignungstest ausloten und zusätzliche individuelle Beratungsangebote, etwa durch die Agentur für Arbeit, das CJD, die IHK und Beraterinnen der DHS, zeigen Wege der schulischen und beruflichen Aus- und Weiterbildung auf und runden somit das Angebot für die Schülerinnen und Schüler ab.

Michael (2BFP1) hat positive Erwartungen an das Bewerbungstraining: „Ich habe schon so viele Vorstellungsgespräche für Praktika und einen Ausbildungsplatz geführt, aber jedes Mal lerne ich wieder etwas, was mich beim nächsten Mal sicherer oder besser macht.“ Wie wichtig dieses Planspiel für die Schülerinnen und Schüler ist, um den „Ernstfall“ zu proben, Hemmschwellen abzubauen und zusätzlich zur Rückmeldung durch die Lehrkräfte im Unterricht eine ernstgemeinte Außensicht auf die eigene Startposition auf dem Weg ins Berufsleben zu erhalten, hat Gabi Veeser als Organisatorin des Planspiels bei der Begrüßung der Vertreterinnen und Vertreter der Firmen und sozialen Einrichtungen betont. Was für ein Erfolg für alle Beteiligten, dass diese am Ende des Tages das hohe Niveau der Vorbereitungen und der Leistungen gelobt haben und feststellten, wie zielorientiert die Schülerinnen und Schüler an ihre berufliche Zukunftsplanung herangegangen sind!

 

(Bericht und Fotos: Katrin Nagel, DHS)